Ausnahmsweise von oben: Unser Ruder-Abenteuer auf dem Zürisee
Hochsommerliche Temperaturen und in der Sonne blau glitzerndes Wasser, das zum Schwimmen einlädt – genau dieses traumhafte Szenario erwartete uns bei unserer Ankunft beim Ruderclub Belvoir. Doch für die Teilnehmer des Wasseranlasses stand heute ein Perspektivenwechsel an: Wir wollten den See ausnahmsweise einmal von oben statt von unten betrachten!
Bei unserer Ankunft nahm uns Barbara in Empfang und gab uns eine fundierte Einführung ins Rudern. Dabei machte sie uns sofort das entscheidende Detail unmissverständlich klar: Das Ziel des Tages war es, über Wasser zu bleiben und nicht etwa hineinzuspringen. Wir sollten lernen, uns auf eine für uns noch völlig ungewohnte Weise fortzubewegen.
Bevor es jedoch aufs Nass ging, stand die Theorie im Vordergrund. Barbara hatte auf jede unserer Fragen die passende Antwort parat. So wissen wir jetzt zum Beispiel, dass der weisse Knubbel auf der Bootsspitze nicht einer Störnase nachempfunden ist, sondern die Rumpfspitze schützt - und dort im Wettkampf empfindliches Messgerät untergebracht wird. Auch theoretische Bootskunde stand auf dem Programm: Wer wusste vorher schon, dass Position 1 im Boot diejenige ist, die zuerst durchs Ziel kommt, während der Schlagmann die höchste Positionsnummer trägt? Spätestens bei der Zuteilung von Rechts und Links – also Steuerbord und Backbord – rauchten die Köpfe. Da man ja rückwärts rudert, ist alles spiegelverkehrt: Steuerbord ist grün, Backbord ist rot, aber eben andersherum, als man denkt. Wenn ihr jetzt beim Lesen schon verwirrt seid, dann stellt euch bitte mal das Wollknäuel im Gehirn vor beim Umsetzen der Kommandos auf dem Wasser, wenn wir gleichzeitig noch die Ruder halten und uns zusammen koordiniert bewegen sollten!
Um den gefürchteten Hexenschuss zu vermeiden, ging es zuerst an eine Runde Trockenrudern auf dem Ergo-Trainer. Hier übten wir die möglichst rückenschonende Haltung und lernten die wichtigste Lektion: Der kraftvolle Schub beim Rudern kommt gar nicht aus den Armen, sondern aus den Beinen! Mit dem Wissen über sämtliche Bootstypen und wie es theoretisch funktionieren und aussehen sollte, ging es nun ab aufs kühle Nass. Auf dem rutschigen Rollsitz die Ruder perfekt im Takt zu bewegen, ohne sich zu verhaken, forderte uns alles ab. Da fiel unter uns auch mal scherzhaft der Spottname „Galeerenknecht“ – ein Titel, der im Nachhinein betrachtet wohl am ehesten auf Drachenbootfahrer zutreffen würde. Auf dem Wasser war höchste Konzentration gefragt, denn das Seebecken glich einem Bienenstock. Unsere Steuerfrau führte uns jedoch absolut sicher durch das dichte Getümmel aus Schwimmern, Stand-up-Paddlern (SUP), Weidlingen, Pedalos, Motor- und Segelbooten. Auch für Barbare war es eine Premiere, mal in die Fahrtrichtung zu schauen und "nur" steuern zu müssen. Am Ende legten wir glücklich und – ganz wichtig – ohne reingefallen zu sein, wieder am Steg an. Zum krönenden Abschluss genossen wir gemeinsam einen feinen Apéro und liessen den gelungenen Tag Revue passieren. Beim Abschlussquiz mussten wir nochmals alle unsere Hirnzellen bündeln und unter Beweis stellen, wie gut wir denn wirklich aufgepasst haben. Das Siegermüsli war angelehnt an den ersten Preis des Oster-TG, der offenbar sehr gut angekommen ist.
Ein herzliches Dankeschön an Barbara für die tolle Einführung und vielen Dank für die gesamte Organisation dieses unvergesslichen Anlasses!
Alle Eindrücke des Wasseranlasses vom 30. Mai 2026 findet ihr in der Bilder-Galerie.